Oura Ring 5: Kleiner Ring, starke Daten

Der Oura Ring 5 macht genau das, was ein Smart Ring machen sollte: Er verschwindet im Alltag. Nicht wortwörtlich, hoffentlich, sondern am Finger. Kein Display, keine ständigen Vibrationen, kein Mini-Smartphone am Handgelenk. Er sitzt da, sammelt Gesundheitsdaten und hält ansonsten die Klappe. Und genau das ist seine größte Stärke.

Nach rund drei Wochen im Alltag zeigt sich ziemlich klar: Der Oura Ring 5 ist nicht einfach nur ein kleines Update. Er wirkt wie die Version, auf die Oura seit Jahren hingearbeitet hat. Das Gehäuse ist kompakter, der Tragekomfort besser und der Ring sieht deutlich weniger nach Technikklotz aus. Gerade nachts ist das ein großer Vorteil. Keine Uhr, kein Armband, kein leuchtendes Display. Nur ein Ring, der Schlaf, Erholung, Stress und Gesundheitswerte mitschreibt.

Wichtig bleibt aber die richtige Größe. Wer den Ring blind bestellt, spielt Finger-Roulette. Das Sizing Kit sollte man nutzen und am besten mindestens einen Tag samt Nacht tragen. Finger verändern sich je nach Temperatur, Schlaf, Salz, Bewegung und Laune des Körpers. Sitzt der Ring falsch, leiden Komfort und Messwerte.

Die eigentliche Stärke bleibt aber die App. Oura wirft einem nicht einfach nur Werte vor die Füße, sondern macht daraus verständliche Einschätzungen. Schlaf, Readiness, Aktivität, Stress, Herzfrequenzvariabilität, Temperaturtrends und weitere Gesundheitsdaten werden so aufbereitet, dass man morgens schnell versteht, ob man heute Gas geben kann oder besser einen Gang runterschaltet. Besonders beim Schlaftracking spielt Oura weiterhin ganz vorne mit.

Auch der Akku passt. Je nach Nutzung sind mehrere Tage Laufzeit realistisch, Oura nennt 6 bis 9 Tage. Wer viele Funktionen aktiviert und Workouts häufiger trackt, landet eher darunter. Wer den Ring vor allem für Schlaf und Alltag nutzt, kommt angenehm weit. Geladen wird über die Ladeschale, eine volle Ladung dauert rund 80 Minuten. Praktisch reicht oft schon ein kurzer Boxenstopp beim Duschen oder Kaffee.

Beim Sporttracking muss man dagegen realistisch bleiben. Der Oura Ring 5 kann Aktivitäten erkennen, Belastung einordnen und Gesundheitsdaten liefern. Eine echte Sportuhr ersetzt er aber nicht. Es gibt kein Display, kein eigenes GPS und keine Live-Daten direkt am Gerät. Wer Pace, Intervalle, Navigation oder Trainingssteuerung braucht, bleibt bei Garmin, Apple Watch und Co. besser aufgehoben. Der Ring ist ein Gesundheits- und Schlaftracker, kein Fitnessstudio am Finger.

Der größte Haken bleibt das Abo. Der Ring kostet bereits mehrere hundert Euro, danach will Oura für die volle Nutzung der App eine Mitgliedschaft. Ja, die Software ist stark. Ja, die Auswertungen sind gut. Aber nach dem Kauf direkt wieder zur Kasse gebeten zu werden, fühlt sich trotzdem an wie ein kleiner Schlag mit der Ladestation.

Unterm Strich ist der Oura Ring 5 einer der rundesten Smart Rings, die man aktuell tragen kann. Er ist angenehm, unauffällig, stark beim Schlaftracking und sehr gut darin, Gesundheitsdaten verständlich zu machen. Das Abo und das eingeschränkte Sporttracking verhindern die ganz große Krönung. Wer aber Schlaf, Erholung und Körpertrends besser verstehen will, bekommt hier ein verdammt starkes Wearable.

Den ausführlichen Test mit allen Details, Bildern und Einschätzungen findet ihr auf techkrams.de.


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