Ich liege aktuell bei rund 109,9 Kilogramm und komme von etwa 117,2 Kilogramm. Diese Entwicklung ist kein großer Erfolg, aber eine erste Tendenz in die richtige Richtung. Nicht aus einem kurzfristigen Impuls heraus, sondern weil sich mein Alltag zunehmend schwerer anfühlt. Bewegung kostet mehr Energie, einfache Dinge fallen schwerer und vor allem entsteht immer wieder das gleiche Muster: anfangen, durchziehen, abbrechen, neu starten.
Die eigentliche Herausforderung ist dabei nicht fehlendes Wissen. Grundlagen wie Bewegung, Ernährung oder Kalorien sind bekannt. Das Problem liegt in der fehlenden Konstanz. Klassische Ansätze mit festen Plänen, klaren Regeln und hohen Erwartungen funktionieren kurzfristig, brechen aber häufig nach wenigen Tagen oder Wochen wieder zusammen. Genau an diesem Punkt setzt der Ansatz an, den ich aktuell ausprobieren möchte.
Ich betrachte den Prozess nicht mehr als klassischen „Abnehmplan“, sondern als ein System, das sich an Rollenspielen (RPGs) orientiert. Der Gedanke dahinter ist einfach: Fortschritt wird nicht an einem Endziel gemessen, sondern in kleinen, nachvollziehbaren Schritten sichtbar gemacht.
Die Grundprinzipien dieses Ansatzes lassen sich klar zusammenfassen:
Fortschritt wird über Erfahrungspunkte (XP) abgebildet. Diese entstehen durch konkrete Handlungen im Alltag, beispielsweise durch Schritte, Bewegung oder einfache Entscheidungen bei der Ernährung. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um messbare Aktivität.
Es gibt ein Level-System, das den Fortschritt strukturiert. Anstatt sich ausschließlich auf das Körpergewicht zu konzentrieren, wird der Fokus auf kontinuierliche Entwicklung gelegt. Das verhindert, dass einzelne schlechte Tage den gesamten Fortschritt entwerten.
Rückschläge sind Teil des Systems. Anders als bei klassischen Ansätzen führen sie nicht zu einem Neustart, sondern werden als normale Spielmechanik verstanden. Das Ziel ist nicht, Fehler zu vermeiden, sondern trotz Fehlern im Prozess zu bleiben.
Die Aktivitäten selbst werden als „Quests“ betrachtet. Das können einfache Dinge sein wie eine bestimmte Anzahl an Schritten, Bewegungseinheiten oder kleine Anpassungen im Alltag. Entscheidend ist, dass sie klar definiert und erreichbar sind.
Dieser Ansatz ist bewusst einfach gehalten. Es geht nicht darum, ein komplexes Spiel zu bauen, sondern eine Struktur zu schaffen, die Motivation und Kontinuität unterstützt, wie weit ich das ganze treibe werde ich sehen.
Der Hintergrund ist denkbar einfach: Ich bin ein Nerd. Als jemand, der mit Spielen aufgewachsen ist, ist das Prinzip von Fortschritt, Leveln und kleinen Belohnungen vertraut. In Spielen funktioniert Motivation häufig über klare Ziele, sichtbaren Fortschritt und unmittelbares Feedback. Genau diese Mechaniken fehlen im Alltag oft, insbesondere bei langfristigen Themen wie Gewichtsverlust oder Fitness.
Ein weiterer Vorteil dieses Denkansatzes ist die Entkopplung vom reinen Ergebnis. Das Körpergewicht schwankt und ist nur bedingt kurzfristig beeinflussbar. Aktionen wie Bewegung, Schritte oder einfache Routinen sind hingegen direkt steuerbar. Das System verlagert den Fokus bewusst auf diese beeinflussbaren Faktoren.
Parallel dazu spielt der Aspekt der Kontinuität eine zentrale Rolle. Statt wiederholt neu anzufangen, liegt der Fokus darauf, im Prozess zu bleiben. Auch bei schlechten Tagen wird nicht zurückgesetzt, sondern weitergeführt. Dadurch entsteht langfristig eine stabilere Entwicklung.
Join the Team!
Ein weiterer Bestandteil der Idee ist, diesen Ansatz nicht isoliert umzusetzen. Die Überlegung ist, bewusst Mitstreiter einzubeziehen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Nicht im Sinne eines Wettbewerbs oder Vergleichs, sondern als gemeinsame Basis: Menschen, die ebenfalls versuchen, ihre Situation zu verbessern, ohne sich an unrealistischen Erwartungen oder Perfektion zu orientieren.
Der Fokus liegt dabei nicht auf Vorbildern oder Experten, sondern auf einem gemeinsamen Prozess. Jeder startet auf seinem eigenen Niveau, mit eigenen Voraussetzungen und eigenen Herausforderungen. Der Austausch kann dabei helfen, die eigene Entwicklung greifbarer zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, langfristig dranzubleiben. Ihr könnt euch gerne einen Künstlernamen ausdenken, wenn ich über eine abgeschlossene Quest rede, werde ich nur diesen verwenden.
Zusammengefasst basiert der Ansatz auf drei zentralen Punkten:
Erstens: Fortschritt wird sichtbar gemacht, unabhängig vom Endergebnis.
Zweitens: Rückschläge führen nicht zum Abbruch, sondern sind Teil des Systems. Ihr könnt immer noch später „leveln“
Drittens: Motivation entsteht durch Struktur, kleine Erfolge, kontinuierliche Entwicklung und dem Level der anderen Mitspieler.
Dieser Ansatz ist kein fertiges Konzept und kein Garant für Erfolg. Er ist ein Versuch, ein System zu finden, das langfristig durchhaltbar ist und besser zur eigenen Denkweise passt als klassische Methoden.
Wenn du dich in dieser Situation wiedererkennst und bereit bist, diesen Ansatz gemeinsam auszuprobieren, kannst du dich unter diesem Artikel in den Kommentaren melden. WICHTIG: Kommentiert mit einer E-Mail-Adresse, unter der ich euch erreiche, nur ich sehe diese und werde sie auch nicht weitergeben..
Ich werde für den Einstieg eine kleine Gruppe auswählen – eine Handvoll Mitstreiter, mit denen ich gemeinsam die ersten Level bestreite, Fehler ausmerze und (hoffentlich) dann auch Level für Level aufsteigen kann.
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